HEFT 4 (2020)
Über das HEFT
„wir müssen alle mal durch den hades / das ist nur eine frage der zeit“ – das vierte Heft von mischen fängt mit Medeas Worten (Traumfrauen / Dorina Marlen Heller) an. Was der ‚Hades‘ sein kann, durch den wir alle durchmüssen, darauf geben die Texte des Heftes unterschiedliche Antworten und werfen differenzierte Lichter auf dunkle Unterwelten.
Die eigene Geschichte erzählen zu können bzw. dies überhaupt erst zu dürfen und das Schreiben an sich (in Auseinandersetzung mit dem ‚Anderen‘) sind zwei Themen, mit denen sich die Figuren in den Texten der Dark Edition auseinandersetzen. „geschlecht, sex, bla bla, ich wollte eigentlich nur lesen“ (seit ungefähr / Gen Eickers) und „ich will wissen, wie weit ich zu weit gehen kann“ (verloren (heim) gehen / Ramona Maria Ressler) resümieren die Ich-Erzähler*innen unter anderem. Gerade auch aus diesem Grund fehlt der Dialog der mischen-Redaktion bzw. ein Editorial o. Ä. – die Texte tragen sich selbst, sie benötigen keine vorangestellte Erläuterung oder nachgestellte Kategorisierung im Heft. Sie stehen für sich (ein) und entfalten in ihren Wechselwirkungen das zu profilierende Leitmotiv des Mischens.
Traumfrauen von Heller, neben der bereits erwähnten Medea, die Texte zu Kassandra, Artemis und Athene leiten die Leser*innen durch das Heft. Was ist Mythos, was ist Alltag– inwieweit lässt sich beides klar voneinander unterscheiden? Es werden Metamorphosen durchlaufen in den Texten, Fragen über Schuld (und Unschuld) in Beziehungsmustern angerissen, Abhängigkeitsverhältnisse aufgerissen, eindeutige Bedeutungsmuster eingerissen Es wird zerstückelt, geblutet, gelitten. Über das Wissen um das eigene Schicksal – „ich sage NICHT ich möchte nicht so enden“ (shades of you in me / Barbara Rieger) – und die (vermeintliche) Unabwendbarkeit desselben – „ich hab das alles kommen sehen / das macht es klarer / aber nicht leichter“ (Traumfrauen / Dorina Marlen Heller) – verhandelt. In dieser Ambivalenz formiert sich – so scheint es – das Leben der Figuren; Abstoßen und einander wieder annähern, ein merkwürdiges Spiel von Nähe und Distanz: „So damit beschäftigt Nähe von dir fernzuhalten, während du sie mit den Händen festhältst und mit den Beinen wegstößt“ (Rahmenlos / Yamin Al-Yazdi).
Was bleibt: „ich glaube an die bestimmung von räumen sage ich“ (riefelbild / hannah bründl). Ein solcher Raum entsteht im mischen, immer wieder und immer nur als ein möglicher.
INHALTSVERZEICHNIS
Traumfrauen
Dorina Marlen Heller
shades of you in me
Barbara Rieger
sag bitte »niente paura« zu mir in der lichterkettenlosen, dunklen wohnung
Sonja Seidl
verloren (heim) gehen
Ramona Maria Ressler
die herren
Carter Katz
Was ich sammle
Wolfsthal
Kismet
Jana Volkmann
seit ungefähr
Gen Eickers
Verwandlungen
Elke Cremer
ohne Titel
Nele Ziemer
Hi!
Rosa Wimpern
(Austerngedicht)
Ricarda Kiel
Auslassungen
Julia D. Krammer
Rahmenlos
Yasmin Al-Yazdi
Riefelbild
Hannah Bründl
Nobody loves no one
Lovebot
HEFT 3 /2019
mischen lesen
Raffael Hiden
Good Lyfe
Leto Warzilek
Österreich entfolgen
Gadse9
Schutt
Katharina Wulkow
Bahnhofskälte
Katharina Wulkow
Nur die Waschbären
Sabine Schönfellner
Im Schwimmbad
Anke Dörsam
Gedichte
Fabian Lenthe
Manchmal
Isabella Feimer
Einsteigen, Aussteigen
Yasmin Al-Yazdi
mischen (E-Mails) schreiben
Julia Knaß
HEFT 2 (2019)

Mai 2019. Druck: Risograd, Graz. Auflage: 300 Stück. Mit Illustrationen von Kathrin Pflegerl. Layout von Anja Jeschaunig. [VERGRIFFEN/AUSVERKAUFT]
INHALT
Alle hätten noch die Kraft, alle müssten nicht
Leto Warzilek
Freitag
Paul Ziermann-Österreicher
Seifenblasen
Kathi Ging
Fliegen
Kathi Ging
funken / hoffnung
Johanna Schmidt
Früher I.
Hanna Christa
Menschlicher Mars-Rover
Sonja Seidl
Liebe in Zeiten der Schneeblindheit
Martin Peichl
Logbuch (Auszug)
Larissa M.C. Zauser
Menschen: Noch ungeboren, noch ungeswiped
Katharina Goetze
Acht Milliarden filigrane Porzellanpferdchen
Katharina Goetze
WiL,d
Doris Brockmann
Illusion
Johanna Zeiringer
Echo bleibt
Julia Knaß
mischend suchen wir : suchend mischen wir
Raffael Hiden & Julia Knaß
HEFT 1 (2019)

Jänner 2019. Druck: Risograd, Graz. Auflage: 200 Stück. Mit Illustrationen von Kathrin Pflegerl. [vergriffen]
Die Texte des Premierenheftes mischen sich zu einem vielschichtigen, bunten und zugleich doch komprimierten Gefüge, das auf literarischer Ebene nach den Wechselwirkungen zwischen Selbstsetzung und Selbstwahrnehmung fragt. „Die Menschen waren in einem Zeitalter angekommen, in dem die Dinge längst nicht mehr beherrschbar waren“, heißt es dazu beispielhaft an einer Stelle in dem Text „Brot und Beherrschung“ von Katharina Peham. Pranay Sanklecha spielt wiederum mit literarisch-philosophischen Stilmitteln und reflektiert anhand dieser Instrumente über seine persönliche Biografie – ein Potpourri aus vorgelagerten und unerwarteten Elementen: „Now maybe I`m just especially self-obsessed, but I often read novels as though they’re about me“. Diese Kampf- und Konfliktzonen spitzen sich dann bei Michelle-Francine Ulz noch weiter zu: „I am the one alive, while I want to die“, ein Auszug aus „Ambigous Self“; Heft #1 formiert Texte in der Zwischenzone von begrenzenden und entgrenzenden Möglichkeiten der (literarischen) Selbstentfaltung.
INHALT
mischend suchen wir : suchend mischen wir
Julia Knaß, Raffael Hiden
Klitterung
was reimt sich auf Dystopie?
baise-toi
ich bin ein Stern, also lass uns tanzen Baby
in der Abwesenheit von Frischluft
Raoul Eisele
Die Isolation ist ganz meinerseits
Sarah Berger
The man who drank liquid boyhood
Theatre of the Absurd
Murphy Morphine
Ambiguos Self
Safe. Save
Michelle Ulz
Längerer Atem
Thomas Hainscho
Brot und Beherrschung
Katharina Peham
Krieg der Profile
Stefan Wilfing
Beim Pfandleiher
Der Hund
Christopher Poms
Entität
Raffael Hiden
Am I really a Duck?
Pranay Sanklecha
